Freitag, 27. Juni 2014

Für das Chaos zwischendurch

Heute hab ich ein kleines Rezept mit gebracht. Es ist ideal, wenn ihr eh schon Chaos in der Küche habt und es auf ein bisschen mehr Chaos nicht mehr drauf ankommt, ihr viel zu viel von einer Obstsorte (oder zwei) übrig habt, das ihr vor den Fliegen und evtl anderen Tierchen nicht mehr schafft einzeln zu essen oder aber einfach auf der Suche nach einem Kuchen seid, der sich binnen einer Stunde inklusive Backzeit zubereiten lässt, wenn sich unerwartet, Besuch ankündigt. Wenn man ganz viel Muse hat, kann man auch gleich zwei davon backen und den Zweiten Stück für Stück einfrieren und hat dann, im Ofen aufgetaut, in wenigen Minuten wieder einen backfrischen leckeren  Kuchen zur Hand, wenns mal schnell gehen muss.
Und nun ohne viel Tamtam - hier ist er, der schnelle (Blech-) 
Obststreuselkuchen für Zwischendurch:


Ihr braucht allem voran ein Blech. Und dann

Für den Teig:
- 200 g Magarine
- 180 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillinzucker
- 4 Eier
- 275 g Mehl
- 1/2 TL Backpulver
- 1 Kilo Obst (i. d. R. ca. 6 Äpfel gerieben,  6 Birnen gerieben,  Kirschen entkernt)

Für die Streusel:
- 150 g Mehl
- 75 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillinzucker
- 75 g Butter

Habt ihr das alles, kann es losgehen:

1. Magarine (oder weiche Butter), Zucker, Vanillinzucker, Eier, Mehl und Backpulver in eine Schüssel und alles zu einem glatten Teig verrühren. Ich verarbeite die Zutaten in der niedergeschriebenen Reihenfolge, das Mehl heb' ich zum Schluss immer nur unter oder verrühre es kurz auf niedrigster Stufe vom Mixer. Aber ihr könnt euch da völlig austoben. Dem Teig ist es an sich egal, ob ihr eine Staubwolke produzieren wollt (erst Mehl, dann den Rest) oder nicht.



2. Das Backblech mit Backpapier auslegen und den sehr klebrigen Teig auf das Backpapier streichen. Ein weiteres Backpapier darauf zu legen, um den Teig gut zu verteilen, ist bei dieser Teigart nicht zu empfehlen. Außer ihr wollt zwei hauchdünne Obstkuchen machen. Dann ist das die ideale Technik dafür.






3. Auf dem Teig verteilt ihr nun das geraspelte Obst (Äpfel oder Birnen oder auch beides zusammen) oder die entkernten Kirschen aus dem Glas. Frische hab ich noch nicht probiert. Bei meinem Blech ist ein Glas Kirschen zu wenig, wie ich finde, 1,5 Gläser wären perfekt, 2 Gläser könnten für Platzmangel auf dem Obstkuchen sorgen. Das konnte ich noch nicht probieren. 1 Glas ist in jedem Fall ein sehr luftiges Vergnügen.





4. Und nun das Beste zum Schluss: Die Streusel! Aus Butter, Vanillinzucker, Zucker und Mehl Streusel "kneten" und großzügig auf dem Kuchen verteilen.





5. Bei 170°- 180° für ca. 30 Minuten bei Ober-/Unterhitze backen. Zu dunkel sollte der Kuchen nicht werden, er darf gern etwas blass aus dem Ofen geholt werden.

Leider hab ich es weder beim Apfel, noch beim Birnen, geschweige denn beim Apfel-Birnen oder Kirschkuchen geschafft, ein Bild vom fertigen Kuchen zu machen. Der wird jedesmal entweder so fix gegessen oder die Kamera ist viel zu weit entfernt. Heute gibts deswegen auch nur schnelle Handyfotos. Der Kuchen schmeckt warm fast noch besser als kalt. Deswegen ist es auch gar nicht schlimm, wenn der Kuchen frisch aus dem Ofen kommt, wenn gerade der Besuch eintrudelt.

Schneller geht es kaum. Bis auf das Obst, dass evtl geraspelt werden muss, ist es ein wunderbarer Alles-in-eine-Schüssel-und-los Kuchen. Mit Äpfeln esse ich ihn am liebsten. Was ich auf jeden Fall noch probieren werde - Obstmus. Das sollte genauso funktionieren. Anstatt geraspelten Apfel einfach Apfelmus drauf streichen. Vielleicht ist ja einer schneller als ich und probiert es vor mir :D

Viel Spaß beim backen!

Minensie



Freitag, 6. Juni 2014

Tausend und ein Kuchen - der Wunderkuchen

Als ich anfing, bei FB Backgruppen zu entdecken, redeten alle immer vom Wunderkuchen. Ich hatte spektakuläre Bilder im Kopf, stellte ihn mir wunderprächtig vor und war dann doch etwas enttäuscht, als es sich wie ein einfaches Rührkuchenrezept las. ABER. Der Wunderkuchen ist tatsächlich ein kleines Wunderküchlein. Er ist so variabel. Man kann ihn 100 Mal machen und jedes Mal kann er anders schmecken. Muss er nicht, aber die Möglichkeit besteht und das ist ja schon mal was. Außerdem lässt sich der Wunderkuchen gut zurecht schneiden und ist Formstabil (so würde ich es jetzt einfach mal bezeichnen). Somit idealer Kandidat für Motivkuchen :D

Deswegen hier zum Rezept (gut passend für eine 24er Springform):

Ihr braucht:


4 Eier
200g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
200 ml Öl
und jetzt das Wunder:
200 ml Flüssigkeit eurer Wahl (von Milch zu Saft bis Alkohol darf es alles sein, was ihr gern probieren wollt)
300g Mehl 
1 Päckchen Backpulver

Habt ihr all das zur Hand, könnt ihr sofort loslegen, andernfalls bleibt der Gang zum Einkaufsmarkt nicht aus. 

Und dann wird gerührt!

1. Die 4 Eier mit dem Zucker  und Vanillezucker schaumig rühren, bis ihr etwa die doppelte Menge in der Rührschüssel habt, als zu Beginn.


2. Dann das Öl und die gewünschte Flüssigkeit langsam in die Eier-Zuckermasse einrühren. (Ich mixe Öl und Flüssigkeit im Messbecher, ob das von Vorteil ist, weiß ich allerdings nicht :D ). 

3. Zu guter Letzt Mehl und Backpulver über die Masse sieben und unterrühren. Dafür nehm ich die niedrigste Stufe meines Handmixers. So wird der Teig weniger klumpig wie ich finde.

4. Den Teig in eine mit Backpier ausgelegte oder gefettete Form geben und bei 160° etwa 45 Minuten backen. Stäbchentest ist der beste Garant dafür, ob die 45 Minuten ausreichen oder nicht.

Bei mir reißt der Wunderkuchen oftmals in der Mitte, was allerdings nicht schlimm ist, da ich die meisten Kuchen eh von der "Kuppel" befreie. Der Kuchen ist so vielseitig einsetzbar. Mit Cremefüllung genauso lecker wie ohne.

Bisher hab ich folgende Varianten probiert:

Erdbeersaft
Milch
Amaretto
Kaba 
Bananensaft
Multivitaminsaft
Baileys
Zitronensaft
Kirschsaft

Alle waren durchweg lecker. Was ich mit Formstabil meine, zeige ich euch jetzt :D

Valentins kleiner Willkommenskuchen zur Geburt - Wunderkuchen mit Milch


 Der Bär zum Vernaschen mit einem Kopf voll Baileyswunderkuchen


 Der Eulennestkuchen zum Einjährigen Bestehen mit Multivitaminsaft


 Der Elektrolöwe mit Amaretto


Valentins Tauftorte - der 2te Stock mit Milch im Wunderkuchen

Meine erste Barbietorte mit Zitronensaft und dazu passend Zitronenfrischkäsecreme

Die Wiese des Trabis - Banansaft im Wunderkuchen in Bunt und etwas Verrückt

Und zu guter Letzt nochmal mit Milch - der Geburtstagskuchen meines Zwergleins



Viel Spaß beim wundern und backen :D

Minensie 

P.S. Ich habe jetzt alles mögliche an Bildern durchsucht und finde einfach kein Bild vom frisch gebackenem Wunderkuchen. Da muss ich wohl Abhilfe schaffen :D 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Der Smartieskuchen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch den bei uns sehr beliebten Smartieskuchen vorstellen.Gefunden hab ich das Rezept bei Chefkoch.de Er schmeckt nicht nur den Kindern, sondern ist auch sehr beliebt bei den Großen. Er geht schnell und ist bisher für so einige meiner Motivkuchen eine ideale Basis gewesen.




Also ran an die Schüsseln :D

Das müsst ihr daheim haben, sonst müsst ihr einkaufen:

250 g Butter / Magarine
1 Packung Vanillinzucker
150 g Zucker
350 g Mehl
1 Packung Backpulver
5 mittelgroße Eier
50 ml Milch
Bittermandelaroma
50g gemahlene Mandeln
1 große Rolle Smarties

Für Guß und Deko:
Was euch schmeckt. 
Schokoglasur oder Zuckerglasur (100g Puderzucker, 1 EL Wasser, 2 EL Zitronensaft) und Schokolinsen oder Puderzucker oder oder...

Und dann gehts auch schon los.



Butter mit Zucker und Vanillinzucker solange rühren, bis es eine helle Cremè ergibt. Nach und nach dann die Eier dazugeben. Den Job übernehmen meine Kinder am liebsten :D Mehl, Backpulver und Mandeln mischt ihr in einer extra Schüssel und gebt das Gemisch nach und nach in die Butter-Zucker-Eier-Masse. Milch und Bittermandelaroma mischt ihr ebenfalls und rührt es unter den Teig. Zum Schluss die Smarties in den Teig geben, ggf. eins oder zwei Naschen (für Helfer gern auch drei), und die Schokolinsen mit einem Teigschaber oder Kochlöffel unterheben. 



Der Teig ist ein relativ fester Rührteig. 

Dann gebt ihr den Teig in eure (gefettete) Wunschbackform. Das Rezept reicht gut für eine 24er Springform oder eine Auflaufform oder eine Kastenform oder gut und gerne 20 Muffinsförmchen.
24er Springform

Das ganze dann bei 170 ° etwa 50 Minuten backen. Bei der Springform stimmt die Zeit ziemlich genau, bei den anderen müsst ihr sehen. Muffins brauchen in etwa 15-20 Minuten. Stäbchen in den Teig stecken, um zu sehen ob noch Teig hängen bleibt, ist so oder so grundsätzlich beim Backen zu empfehlen. Backöfen sind wie wir - jeder hat so seine eigene Hitze :D

Wenn ihr die Backform aus dem Ofen geholt habt, lasst dem Kuchen etwas Zeit zum auskühlen. Danach könnt ihr ihn kunterbunt oder schlicht gestalten. Zartbitterglasur schmeckt ausgezeichnet zum Marzipangeschmack des Kuchens und nimmt auch etwas die Süße. 

Ich zeig euch, was ich bisher damit angestellt hab:

 Der Fridolinkuchen


 Der Malteser-Einsatzwagen (noch völlig unwissend, was Ganache alles ausgleichen kann *gg*)

 Der Piratenkuchen zum Kindergartengeburtstag

Der Feuerwehrkuchen für meinen Großen zum Dritten

Marvins Geburtstagskuchen zum Zweiten. Bild von Nancy, der Rest von mir

Aber er schmeckt auch ganz ohne Motiv :D Versprochen!

Viel Spaß beim nachbacken!

Minensie










Sonntag, 18. Mai 2014

Vom Regen(bogen) zur Tauf(tort)e

Hallo ihr Lieben!

Heute vor einer Woche fand die Taufe des kleinen Valentins statt. Das war ein Tag, ich sag euch. So nervös war ich nicht mal an meiner Hochzeit. Ob es daran lag, dass die Taufe vom Erzbischof Schick durchgeführt wurde? Oder daran, dass ich völlig überraschend gefragt wurde, ob ich Taufpatin sein möchte? Oder aber daran, dass ich tatsächlich die Tauftorte machen durfte, die unter kritischen Backmeisterinnen Namens Oma und Uroma, sehr genau betrachtet werden würde? Ich weiß nicht woran es lag, aber als ich um 13:30 Uhr in der Krypta des Bamberger Doms stand, wissend, dass meine Zwerge schlafen, die Torte heil am Kaffeetisch stehend und Valentin fröhlich glucksend das baldige Ereignis bergrüßend, fiel alle Nervosität von mir ab. Ich weiß nicht woran es lag, aber als ich um 13:30 Uhr in der Krypta des Bamberger Doms stand - die Zwerge schliefen, die Torte stand heil auf dem Kaffeetisch und Valentin begrüßte fröhlich glucksend das bevorstehende Ereignis - fiel alle Nervosität von mir ab. Geschafft! Ein Wahnsinns-Gefühl!

Aber nun zur Torte!

Leider kann ich heute mit keiner wirklichen Anleitung dienen. Ich habe es versucht, aber das ist einfach nicht die Geschichte zum Kuchen. Deswegen gebe ich heute nur ein paar Impressionen, wie sie entstanden ist, soweit ich dazu Fotomaterial habe :D

Diese Torte ist nämlich genau das, was Pustekuchen ausmacht. (Un)geplant, chaotisch und bis zur letzten Sekunde nicht ganz eindeutig klar, was es werden soll. Und das meine ich ernst.
Ich hatte bis Freitag nur die wage Vorstellung: Zweistöckig, schlicht und mit Fondant-Babyschuhen.  Taufsymbole Regenbogen, Wasser und Taube sollten vorhanden sein. Und dann hörte meine Vorstellungskraft auf.
Was für Innenleben, was für ein Ausleben - ich hatte wirklich nicht die leiseste Ahnung, was ich da fabrizieren wollte. Deswegen tat ich das, was ich immer tue, wenn ich nicht weiß, was ich machen soll - ich backte einen Grundteig. Einen festen Biskuit. Ich überlegte und überlegte und dann kam der langersehnte Geistesblitz - Regenbogentorte! Ich war bis Dato ziemlich verzweifelt wie ich einen Regenbogen in eine schlichte Torte integrieren sollte. Das war die perfekte Lösung! Ich teilte den Teig in 5 Schüsseln, färbte sie mit Wilton Gelfarben und backte jeden Boden etwa 10-15 Minuten in einer 18er Springform.

Mein Zwerg hatte während dessen den größten Spaß. Erst verlor er sich in der Rührschüssel, wo er den restlichen Teig ausschleckte.
Dann half er bei der Küchengestaltung
Und zu guter letzt musste er, 10 Minuten bevor der große Bruder vom Kiga abgeholt werden sollte, duschen, um die Haare vom Biskuitteig zu befreien...

Am Abend bastelte ich noch die Fondant-Babyschuhe und war mir sicher - Samstag wird easy... das geht ganz fix.



Pustekuchen.

Der Samstag lief ungefähr wie folgt ab (leider völlig ohne Bilder, der Zeit und des Akkus wegen):
Zwischen Kinderhüten und aufräumen Schokoladenkuchen und Zitronen-Miniguglhupf backen. Frischkäsebuttercreme mit weißer Schokolade anrühren, Waldbeermascarponecreme anrühren. Ganache machen. Die Regenbogentorte mit Frischkäsebuttercreme eindecken, den Schokoladenkuchen mit Waldbeermascarpone füllen, mit Ganache eindecken, Kuchenplatte richten, Beide Torten eindecken und hoffen das mir ein weiterer Geistesblitz kommt, was ich damit anstellen soll. Dazwischen gab es noch einen Kaffeebesuch und ein Taufgespräch mit dem Erzbischof. Als um etwa 0:30 Uhr beide Torten eingedeckt auf der Arbeitsplatte vor mir lagen war ich jedoch tiefen entspannt. Alles noch im Zeitplan. Wird schon.
Bis ich die neuen Ausstecher für die Schrift probierte. Und daran verzweifelte. Erst legte ich es in die Gefriertruhe, bekam es dann aber nicht mehr herausgeklopft. Dann rollte ich die Buchstaben einzeln auf - auch da bekam ich sie nicht mehr aus der Ausstechform. Für den Schriftzug - Zur Taufe Valentins - brauchte ich dann tatsächlich fast 1,5  Stunden. Und somit war ich nicht mehr im Zeitplan. Als nächstes verzweifelte ich an meiner neusten Errungenschaft - dem UltimateClay Extruder. Natürlich hab ich vorher nicht bei Youtube nachgesehen wie er am besten zu handhaben wäre. Natürlich musste ich das alles in dieser Nacht erstmal erproben. Aber, mit viel zu viel Kraftaufwand, der nicht nötig gewesen wäre, schaffte ich die Kuchenumrandung in einem Drittel der Zeit, die ich sonst brauchte. Ich lies zwei "Schnüre" aus dem Extruder, die wunderbar gleichmäßig am unteren Tortenrand der zweiten Torte Platz fanden. Für den Tortenrand der unteren Torte entschied ich mich für Kugeln. Kurz nach 3 Uhr - Feierabend!
Meine Schwiegermutter half mir dann Sonntag, kurz vor Startschuss der Taufe, beim modellieren der Tauben. Ich kann es nicht oft genug sagen - ich habe die beste Schwiegermutter der Welt. Wenn ich nicht gerade Noteinkäufe bei ihr starte, hat sie alles was ich sonst noch brauche. Ob Küchenutensilien oder handwerkliches Geschick  bei allem! Einfach die Beste, bei allem was es so in der Schwiegermutterliga gibt!

Aber bei all den netten Worten am Nachmittag, all den netten Fragen und den lieben Komplimenten der weltbesten Oma-Bäckerinnen, weiß ich, es hat sich mal wieder gelohnt :D



Liebe Grüße

Minensie